TestGLM 5.3 und Sonnet 5.5
GLM 5.3 vs Sonnet 5.5 im Praxistest: eine App für Wochenplan und Einkaufsliste
GLM 5.3 in Mistral Work und Sonnet 5.5 in Claude Code bekamen denselben Prompt für eine Web-App, die eine Woche Mahlzeiten plant und daraus die Einkaufsliste rechnet. Der Testbericht zeigt, welche App richtig rechnet, wie sich beide am Desktop und auf dem Smartphone bedienen lassen und wie die Punkte für Code, Funktionen, Treue zum Prompt und Design ausfallen.

Mittag- und Abendessen für eine Woche planen und daraus automatisch die Einkaufsliste rechnen: Diese Web-App sollten GLM 5.3 in Mistral Work und Sonnet 5.5 in Claude Code bauen, beide nach demselben Prompt und mit nur einem Versuch. Herausgekommen sind zwei Apps, die beide den Großteil der verlangten Funktionen erfüllen und sich erst beim Rechnen und in der Bedienung deutlich unterscheiden. Beide kannst du auf dieser Seite selbst ausprobieren: Gerichte wählen, die Personenzahl ändern und nachsehen, ob die Liste stimmt.
Ergebnis: Sonnet 5.5 baut die bessere App
Sonnet 5.5 in Claude Code hat die Aufgabe klar besser gelöst, und der Hauptgrund ist schlicht: Nur seine Einkaufsliste rechnet richtig. Dazu lässt sich die App angenehmer bedienen, auch mit der Tastatur und auf dem Smartphone, und sie ist barrierefreier gebaut. Einen echten Fehler hat sie nur im Filter für vegetarische Gerichte, und der ist klein.
GLM 5.3 in Mistral Work baut die kompaktere, ruhigere Oberfläche. Viel hilft ihm das nicht, denn seine App rechnet ausgerechnet dort falsch, wofür es sie gibt: beim Zusammenfassen der Zutaten zur Einkaufsliste. Planst du zwei bestimmte Gerichte mit Paprika, steht auf der Liste eine Menge in Gramm, in der ein ganzes Stück Paprika als ein einziges Gramm steckt.
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Wertung (von 10 Punkten) |
GLM 5.3 in Mistral Work |
Sonnet 5.5 in Claude Code |
|---|---|---|
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Code |
6 |
8,5 |
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Funktionen |
6,5 |
9 |
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Treue zum Prompt |
7 |
8,5 |
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Design |
6,5 |
8,5 |
So lief der Test
Beide Modelle bekamen wortgleich denselben Prompt und genau einen Versuch. Eine Runde zum Nachbessern gab es mit Absicht nicht: Bewertet wurde, was beim ersten Anlauf herauskam.
Verlangt war eine Web-App, die sofort läuft und komplett in einer einzigen HTML-Datei steckt, mit HTML, CSS und JavaScript inline, ohne externe Bibliotheken und ohne CDN. Als Antwort sollte allein der Code kommen, ohne Erklärung davor oder danach.
Inhaltlich sollte die App genau 12 Rezepte mitbringen. Jedes hat ein Grundrezept für 2 oder 4 Portionen, ist als vegetarisch gekennzeichnet oder nicht und listet 4 bis 8 Zutaten mit einer Menge in g, ml oder Stück. Mindestens 5 Zutaten sollen in mehreren Rezepten vorkommen, und an genau diesen zeigt sich später, ob die Einkaufsliste richtig zusammenfasst. Geplant wird in einem Raster von Montag bis Sonntag mit je einem Platz für Mittag- und Abendessen. Für jeden Platz stellst du 1 bis 8 Personen ein, und die Mengen wachsen oder schrumpfen im selben Verhältnis zum Grundrezept.
Für die Einkaufsliste legte der Prompt genaue Regeln fest:
- Sie rechnet sich bei jeder Änderung sofort neu.
- Gleiche Zutaten aus verschiedenen Rezepten stehen in einer Zeile.
- Ab 1000 g erscheint die Menge in kg, ab 1000 ml in l, jeweils mit höchstens einer Nachkommastelle.
- Stück werden auf ganze Zahlen aufgerundet.
- Die Liste ist nach Obst & Gemüse, Kühlregal, Trockenware und Gewürze gegliedert.
- Abgehakte Einträge rutschen ans Ende ihrer Gruppe.
Außerdem gehören ein Filter „Nur vegetarisch“, ein Knopf „Liste kopieren“ und eine Druckansicht hinein, in der nur die Einkaufsliste steht. Die Oberfläche sollte durchgehend deutsch sein, mit korrekten Umlauten und ß, auf Smartphone und Desktop funktionieren und hell oder dunkel erscheinen, je nachdem, was im System eingestellt ist. Auf localStorage musste die App verzichten und alle Daten im Arbeitsspeicher halten, und in der Konsole des Browsers durfte kein Fehler auftauchen.
Beide Dateien liefen im Browser über einen lokalen Server. Getestet wurde mit gewählten Rezepten, geänderter Personenzahl, abgehakten Einträgen und geschaltetem Filter, am Desktop mit 1280 px und am Smartphone mit 375 px Breite, jeweils hell und dunkel, und in der Druckansicht. Die Konsole blieb bei beiden Apps ohne Fehler.
KI-Vergleich · Webseite
Wochen-Essensplaner mit automatischer Einkaufsliste
2 Modelle, gleicher Prompt, Gleicher Prompt, ein Versuch ohne Korrekturrunde. Geprüft im Browser am Desktop (1280 px) und am Smartphone (375 px), hell und dunkel, und in der Druckansicht. · getestet am 01.10.2026
Prompt
Erstelle eine vollständige, sofort lauffähige Web-App als EINE einzige HTML-Datei (HTML, CSS und JavaScript inline, keine externen Bibliotheken, keine CDNs). Die App ist ein Wochen-Essensplaner mit automatischer Einkaufsliste. FUNKTIONEN: 1. Integrierte Rezeptdatenbank mit genau 12 Rezepten. Jedes Rezept hat: Name, Grundportionen (2 oder 4), Kennzeichnung vegetarisch ja/nein, und 4 bis 8 Zutaten mit Menge und Einheit (g, ml oder Stück). Mindestens 5 Zutaten (z. B. Zwiebeln, Knoblauch, Butter) sollen in mehreren Rezepten vorkommen. 2. Wochenraster Montag bis Sonntag mit je einem Platz für Mittag- und Abendessen. Pro Platz kann ein Rezept gewählt oder wieder entfernt werden. 3. Pro Platz lässt sich die Personenzahl (1 bis 8) einstellen. Die Zutatenmengen werden proportional zu den Grundportionen des Rezepts skaliert. 4. Die Einkaufsliste wird bei jeder Änderung sofort neu berechnet: * gleiche Zutaten aus verschiedenen Rezepten werden zu einer Zeile zusammengefasst * ab 1000 g wird in kg angezeigt, ab 1000 ml in l (mit max. einer Nachkommastelle) * Stückzahlen werden sinnvoll auf ganze Stück aufgerundet * Gruppierung nach Supermarkt-Bereich (Obst & Gemüse, Kühlregal, Trockenware, Gewürze) 5. Einträge der Einkaufsliste lassen sich abhaken; abgehakte Einträge rutschen ans Ende der jeweiligen Gruppe. 6. Filter „Nur vegetarisch“, der die Rezeptauswahl einschränkt. 7. Button „Liste kopieren“, der die Einkaufsliste als sauber formatierten Text in die Zwischenablage kopiert. 8. Eine Druckansicht (per CSS @media print), in der nur die Einkaufsliste erscheint. ANFORDERUNGEN: * Komplette Benutzeroberfläche auf Deutsch mit korrekten Umlauten und ß. * Responsives Design, das auf Smartphone und Desktop gut funktioniert. * Hell- und Dunkelmodus, der sich nach der Systemeinstellung richtet. * Kein localStorage, alle Daten bleiben im Arbeitsspeicher. * Keine Fehler in der Browser-Konsole. Antworte ausschließlich mit dem vollständigen Code der HTML-Datei, ohne Erklärungen davor oder danach.
GLM 5.3
Mistral Work
Keine Vorschau
- Anläufe bis zum Ergebnis
- 1
- Funktioniert
- 3/5
- Design
- 3/5
- Bedienung
- 2/5
Kompakte, ruhige Oberfläche, aber die Einkaufsliste rechnet falsch: Mit Hähnchen-Paprika-Pfanne und Chili con Carne im Plan steht dort „Paprika 201 g“. Beim Planen ist die Liste nie zu sehen, weil sie unter der ganzen Woche liegt.
Sonnet 5.5
Claude Code
Bestes Ergebnis
Keine Vorschau
- Anläufe bis zum Ergebnis
- 1
- Funktioniert
- 4/5
- Design
- 4/5
- Bedienung
- 5/5
Nur seine Einkaufsliste rechnet richtig, und am Desktop läuft sie rechts neben dem Plan mit. Einen echten Fehler hat die App nur im Filter für vegetarische Gerichte, und der ist klein.
Warum GLM 5.3 bei der Paprika falsch rechnet
Bei GLM 5.3 sind gleiche Zutaten nur über ihren Namen miteinander verbunden, und welche Einheit gilt, legt jedes Rezept für sich fest. Fasst die App zwei Einträge mit demselben Namen zusammen, übernimmt sie die Einheit, die zuerst vorkommt, und addiert die Zahlen, ohne etwas umzurechnen. Das geht gut, solange alle Rezepte eine Zutat in derselben Einheit führen.
Bei der Paprika ist das nicht so. In der Hähnchen-Paprika-Pfanne steht sie in g, im Chili con Carne in Stk, und schon das ist ein Fehler in den Daten der App. Sind beide Gerichte geplant, kommen 200 g aus der Pfanne und 1 Stück aus dem Chili zusammen, und die Liste macht daraus „Paprika 201 g“. Das Stück zählt als ein Gramm. An dieser Stelle ist die Einkaufsliste schlicht falsch, und zwar bei genau der Aufgabe, für die du so eine App überhaupt benutzt.
In der eingebetteten App von GLM 5.3 löst du den Fehler mit zwei Schritten selbst aus:
- Am Montag mittags „Hähnchen-Paprika-Pfanne“ wählen.
- Am Montag abends „Chili con Carne“ wählen.
Bei Sonnet 5.5 kann derselbe Fehler nicht passieren. Es führt alle Zutaten in einer einzigen Tabelle, und dort hat jede Zutat genau eine Einheit und einen Bereich im Supermarkt. Ein Rezept kann Paprika also gar nicht in Gramm angeben, wenn ein anderes sie in Stück zählt. Dieser Aufbau der Daten ist der größte Vorteil seines Codes, denn er sichert genau das Zusammenfassen ab, an dem GLM 5.3 scheitert.
Design am Desktop, auf dem Smartphone und im Ausdruck
Auf den ersten Blick wirkt GLM 5.3 aufgeräumter. Am Desktop zeigt es die Woche als kompaktes Raster aus Kacheln mit vier Tagen pro Zeile, sauber und ruhig, und der dunkle Modus passt zum Rest. Dass Sonnet 5.5 im Design trotzdem 8,5 gegen 6,5 Punkte holt, liegt daran, wie viel mehr seine Oberfläche beim Planen hilft.
Wo die Einkaufsliste steht
Bei GLM 5.3 liegt die Einkaufsliste unter der ganzen Woche. Am Desktop beginnt sie erst nach etwa 800 px Scrollen, auf dem Smartphone bei 2.583 px, und kein Link springt dorthin. Während du Gerichte einträgst, siehst du die Liste also nie, und um zu sehen, was eine Änderung bewirkt hat, musst du jedes Mal nach unten.
Sonnet 5.5 stellt die Liste am Desktop als Spalte rechts neben den Plan, und diese Spalte läuft beim Scrollen mit. Wählst du ein Gericht oder änderst die Personenzahl, siehst du die neue Liste im selben Moment. In der Bedienung ist das sein größter Vorteil. Auf dem Smartphone wird die Seite bei Sonnet 5.5 allerdings lang, weil jeder Tag sehr viel Höhe braucht, und die Liste beginnt erst bei 3.117 px, also noch später als bei GLM 5.3. Dafür bringt dich ein Link direkt dorthin.
Bedienelemente und Lesbarkeit
Die Knöpfe für Plus und Minus sind bei GLM 5.3 nur 28 × 28 px groß, die Checkboxen 16 px. Auf dem Smartphone ist das zu klein, empfohlen sind etwa 44 px. Die Hinweise setzt die App mit 12,8 px in Grau, auch das ist recht klein.
Bei Sonnet 5.5 sind die Bedienelemente auf dem Smartphone 40 bis 46 px groß und gut zu treffen. Wo gerade der Fokus liegt, zeigt ein sichtbarer Rahmen. Jeder Bereich der Liste nennt, wie viele Einträge darin noch offen sind, und über der Liste steht eine Zusammenfassung. Zwei Dinge stören trotzdem: Im Auswahlfeld werden lange Namen abgeschnitten, weil die App „(vegetarisch)“ anhängt, und so bleibt von einem Gericht nur „Penne mit Brokkoli-Sahnesoße (ve…“ übrig. Außerdem stehen Personenzahl und „Entfernen“ schon an einem Platz, bevor dort überhaupt ein Rezept gewählt ist.
Ausdruck
Im Ausdruck liegt GLM 5.3 vorn, und im Design ist das sein einziger klarer Vorsprung. Die Seite ist schwarz auf weiß und sehr sauber, und die Checkboxen bleiben hell, auch wenn das System auf dunkel eingestellt ist. Das liegt an color-scheme: light im CSS für den Druck. Bei Sonnet 5.5 fehlt diese Angabe, deshalb erscheinen die Checkboxen im Ausdruck als dunkle, gefüllte Kästchen, sobald das System dunkel eingestellt ist.
Funktionen im Browser
Die meisten verlangten Funktionen erfüllen beide Apps. Beide haben 12 Rezepte mit 4 bis 8 Zutaten und einem Grundrezept für 2 oder 4 Portionen, und beide passen die Mengen an die Personenzahl von 1 bis 8 an: Das Gratin für 6 Personen ergibt bei GLM 5.3 1,5 kg Kartoffeln, die Suppe für 6 Personen bei Sonnet 5.5 1,2 kg. Beide rechnen große Mengen mit einer Nachkommastelle in kg und l um, runden Stück auf, schieben abgehakte Einträge ans Ende der Gruppe und haben den Filter, einen Text zum Kopieren und eine Druckansicht. Gleiche Zutaten richtig zusammenfassen kann nur Sonnet 5.5, bei GLM 5.3 scheitert das an den gemischten Einheiten.
Dazu kommt bei GLM 5.3 ein seltener Sonderfall in der Anzeige: Eine Menge zwischen 999,5 und 999,9 g steht als „1000 g“ in der Liste statt als „1 kg“. Sonnet 5.5 schreibt die Mengen über Intl.NumberFormat im deutschen Zahlenformat und zeigt immer mindestens 1 Einheit an, eine Zeile wie „0 g“ gibt es bei ihm nicht.
Der kleine Fehler von Sonnet 5.5 steckt im Filter. Ist „Nur vegetarisch“ eingeschaltet und wählst du an einem Platz ein Gericht mit Fleisch ab, bleibt es dort weiter auswählbar. Die App baut die Liste der wählbaren Rezepte nur neu auf, wenn du den Filter umschaltest oder „Entfernen“ drückst, eine Änderung im Auswahlfeld selbst löst das nicht aus.
Beim Kopieren wurde bei beiden Apps der erzeugte Text angesehen, nicht, ob er tatsächlich in der Zwischenablage landet. Für diesen Schritt haben beide einen Fallback, also einen zweiten Weg, falls der direkte Zugriff auf die Zwischenablage nicht klappt. Der Text von Sonnet 5.5 ist etwas schöner: Vor den Einträgen stehen ☐ und ☑, die Bereiche tragen ihre Namen in Großbuchstaben, und ganz oben steht die Zahl der geplanten Mahlzeiten.
Code: wie die beiden Apps gebaut sind
Neben dem Aufbau der Daten unterscheidet sich vor allem, wie die beiden Apps ihre Oberfläche aktualisieren. GLM 5.3 zeichnet bei jedem Klick den ganzen Wochenplan neu. Danach ist der Fokus weg, gemessen landet er auf BODY. Arbeitest du mit der Tastatur, musst du nach jedem Klick auf Plus erst wieder zu deinem Platz navigieren. Davon abgesehen gibt es am Code von GLM 5.3 wenig auszusetzen: modernes JavaScript, klare Namen, und alle Daten bleiben wie verlangt im Arbeitsspeicher.
Sonnet 5.5 baut die Oberfläche einmal auf und aktualisiert sie danach nur. Der Fokus bleibt dabei erhalten, auch wenn du einen Eintrag abhakst, und wird ein Knopf deaktiviert, springt er auf die Auswahl der Rezepte. Texte setzt der Code über textContent ein, nie über innerHTML. Altmodisch wirkt nur der Stil, älteres JavaScript mit var und ohne Pfeilfunktionen, ein Mangel ist das aber nicht.
Wie genau sich beide an den Prompt halten
GLM 5.3 schreibt „Stk“, wo der Prompt ausdrücklich Stück nennt, und bei den Personen „Pers.“. Schwerer wiegt die Paprika, die einmal in g und einmal in Stk erfasst ist, denn dieser Fehler in den Daten führt direkt zur falschen Einkaufsliste. In der kopierten Antwort von GLM 5.3 stand der Code außerdem zweimal, einmal roh und einmal im Codeblock. Hätte das Modell ihn wirklich doppelt ausgegeben, wäre die Vorgabe verletzt, allein den Code zu liefern. Wahrscheinlicher ist, dass die Dopplung beim Kopieren entstanden ist.
Sonnet 5.5 erfüllt alles, was der Prompt verlangt. Die Umlaute stimmen, und ß kommt tatsächlich vor, in „Brokkoli-Sahnesoße“. Dazu baut es Funktionen ein, nach denen niemand gefragt hat: „Woche leeren“, einen Knopf zum Drucken, „Zutaten anzeigen“ an jedem Platz und „Zur Einkaufsliste“. Der Prompt verbietet solche Zugaben nicht, bei strenger Bewertung kosten sie trotzdem einen kleinen Punkt.